Im Tourismus gibt es viele Preise und Auszeichnungen. Es gibt viele großartige und aufwändige Projekte, die sie auch verdient haben. Oft sind sie mit riesiger Kraftanstrengung, großem Personaleinsatz und viel Aufwand verbunden.
Das können aber viele Tourismusorganisationen nicht leisten. Und deshalb gibt es seit Jahren neben allen anderen auch noch den Preis des DestinationCamp für die, denen „einfach-mal-machen“ wichtiger ist als der ganz große Wurf. Die Preisträgerinnen und Preisträger des DestinationCamp-Preises verstehen sich aufs Tun vielleicht besser als aufs Reden, sie haben meist keine großen Budgets, aber große Ideen. Sie haben praktische Lösungen für das Klein-Klein des touristischen Alltags im Blick. Oder sie haben es geschafft, große Ideen auf ihren Einflussbereich zu transformieren. Sie begeistern durch Tun, schieben Bedenken zur Seite, motivieren Mitstreiter:innen und machen einfach gemeinsam.
Aus den Bewerbungen um den DSTNCMP26-Preis hatte eine Vorjury vier Finalisten ausgewählt, die sich beim Galaabend in Brixen dem Urteil einer Expertenrunde („Die Geschworenen“) und dem Votum des Publikums stellten. Die Expertenrunde vergab Punkte, das Publikum stimmte durch die gemessene Lautstärke der Beifallsbekundungen ab.Sponsoren des DSTNCMP²⁶-Preises waren der Verlag „DIE ZEIT“ und die Cross Media Redaktion.
PLATZ 1: Aktionswoche „Barrierefrei westlicher Bodensee – Erlebnisse für alle“
Sechs Tage lang zeigte die Region Konstanz-Bodensee-Hegau im Mai 2026 wie vielfältig und inklusiv Freizeit, Kultur und Bewegung am Westlichen Bodenseeufer gestaltet werden können – für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen sowie für ältere Menschen, Familien und überhaupt für alle, die leicht zugängliche Erlebnisse schätzen.
Ein abwechslungsreiches Programm machte bestehende barrierefreie Angebote sichtbar und lud dazu ein, Neues auszuprobieren: Stadt- und Museumsführungen eröffneten Zugänge zu Geschichte und Kultur, Konzerte schufen gemeinsame Erlebnisse, ein Spendenlauf verband Bewegung mit Engagement. Neu entwickelt wurden Fahrradtouren, die auch für Spezialräder geeignet sind – ein weiterer Schritt hin zum barrierefreien Naturerleben zwischen dem Bodensee-Ufer und den Vulkanbergen des Hegau am Hochrhein.
Die Woche war als Reallabor gedacht und war das Ergebnis eines zwei Jahre dauernden Engagements. Dazu zählte auch die Gründung eines Beirats für barrierefreien Tourismus, Schulungen für Personal sowie die digitale Aufbereitung vorhandener inklusiver Angebote.
Die Jury hob die Vorbildfunktion – auch für Leistungserbringende in der Region – hervor und lobte, dass die Woche sichtbar macht, welche Aktionen und Projekte im zweijährigen Aktionszeitraum realisiert wurden.
Zwischen Dünen, Wind und Wellen zeigt St. Peter-Ording mit dem „HÆDI – #17Ziele unplugged Festival“ im Sommer, dass Nachhaltigkeit an der Nordsee nicht nur ein Wort ist, sondern zu einem echten Erlebnis für Gäste und Einwohner:innen werden kann.
Drei Tage voller Musik, Workshops, Kunst und innovativer Ideen brachten im Juli 2025 Urlaubsgäste und Einheimische zusammen. Künstler, Live-Musik, Partyspaß, Street Food, kühle Getränke, Lounge-Bereiche, Festival Make-up, verschiedenste Stände sowie Action und Aktivitäten zogen Groß & Klein gleichermaßen an.
Mit „HÆDI – 17 Ziele unplugged“ standen vom 2.-5. Juli 2026 schon zum 3. Mal die Nachhaltigkeitsziele im Fokus des Open-Air-Events. Vor der Kulisse von Dünen, Deich und Strand wurde am Seebrücken-Vorplatz und auf der Erlebniswiese deutlich, warum die 17 „Sustainable Development Goals“ relevant sind, was diese beinhalten und was sie global und lokal bewirken können. Im Fokus standen dabei insbesondere die Ziele 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), 14 (Leben unter Wasser), 15 (Leben an Land) und 4 (Hochwertige Bildung).
Die Jury lobte die musikalische Vielfalt, Interaktivität und die Erlebnisangebote mit deutlichem Umweltbildungscharakter: Gäste würden quasi spielerisch zur Nachhaltigkeit geführt und die Bedürfnisse der Einheimischen mit berücksichtigt.
Das besondere an Norddeutschlands größtem Open-Air-Festival: Besucher:innen müssen keinen Cent Eintritt bezahlen – auch nicht zu den Konzerten mit Tim Bendzko, The Boy Band, DJ Holzi Holst und vielen anderen, die auf den drei Bühnen auftreten.
Die Agentur Linking Brands hat im Januar 2026 eine Kooperation von Zillertal Tourismus mit dem österreichischen Fashion-Label Stoked & Woke Clothing initiiert. Die Marketingkampagne sollte das Zillertal nicht als Reiseziel, sondern als Gefühl – gesehen durch die Augen einer jungen Community – präsentieren und das Zillertal quasi „tragbar“ machen. Zentraler Punkt der Kooperation war die Limited Edition einer nachhaltigen Hoodie- und T‑Shirt‑Kollektion im exklusiven Zillertal x Stoked & Woke Design.
Inspiriert von Natur, Abenteuerlust und urbanem Outdoor-Style sollen die Hoodies und T-Shirts zusätzliche Marken‑Touchpoints und eine hohe Wiedererkennung schaffen. Der Launch der Special Edition wurde im Januar mit Social-Media-Aktivierung, Collab Reel und Newsletter‑Integration flankiert und lief bis Mitte Februar 2026.
Die Jury bewertete die Kooperation als „mutigen Weg zu neuem Tourismusmarketing. Junge Menschen, die über klassische Tourismuswerbung kaum zu erreichen sind, könnte das Zillertal so über Lifestyle, Werte und „tragbare Erlebnisse“ ansprechen. Vorbildlich sei die Kooperation regionaler Partner und deren multimediale Interaktion.
Platz 4: Mosel-Wein-Nachts-Markt in Traben-Trarbach
Der Mosel-Wein-Nachts-Markt in Traben-Trarbach verwandelt seit Jahren historische Weinkeller in ein einzigartiges Wintererlebnis rund um Wein, Genuss und Kultur. Statt klassischem Weihnachtsmarkt macht dieses unterirdisches Erlebnis in jahrhundertealten Gewölbekellern die Geschichte und die regionale Identität der Weinbauregion erlebbar.
Das Projekt war über Jahre hinweg ein finanzieller Kraftakt für die Stadt. Erst mit der Einführung eines Eintritts wurde es nach fast zehn Jahren wirtschaftlich tragfähig und zukunftsfähig. Heute trägt der Markt wesentlich zur Saisonverlängerung an der Mosel bei, wird von den Einheimischen mitgetragen und stärkt Tourismus sowie regionale Wirtschaft weit über die Stadt hinaus.
Die Jury lobte den Fokus auf Regionalität und die Verlängerung der Sommerattraktion Moselwein in den Winter. Beim Publikum gab es zwar viel Applaus, es reichte in der Gesamtwertung aber nicht aufs Treppchen.
Entscheidend: die Expertise der „Geschworenen“ und der Beifall des Publikums
Eigentlich hatte die Experten-Jury ein viel zu leichtes Spiel: Aus den vielen Bewerbungen um den DSTNCMP²⁶-Preis hatte bereits eine Vorjury vier Finalisten ausgewählt. Sie stellten sich und ihre Projekte beim Galaabend in Brixen dem Urteil der Expertenrunde („Die Geschworenen“) und dem Votum des Publikums. Die Geschworenen vergaben jeweils bis zu 10 Punkte, das Publikum gewichtete die Stimmen durch die gemessene Dichte und Stärke der Beifallsbekundungen.
Die „Geschworenen“ für den DSTNCMP²⁶-Preis waren:
Nadine Lämmermeyer, LERCH Genusswelten. Gewinnerin des DSTNCMP²⁵-Preises Ansprechpartnerin für das ausgezeichnete Nachwuchsprojekt „Hier pass ich hin!“ Stv. Hoteldirektorin, verantwortlich für den Betrieb des Panoramahotel Bad Hindelang
Katie Linger (ehem. Tropper) Systemische Entwicklerin. Trainerin und Speakerin Begleitet Menschen, Teams und Organisationen in Transformationsprozessen Leiterin des SINNstituts in Absam/Tirol
Lars Niemann, Verlag DIE ZEIT. Chief Sales Officer von ZEIT Advise Die Vermarktungsorganisation der Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG ist der Hauptsponsor des DSTNCMP²⁶-Preises
Felix Negwer, Cross Media Redaktion. Co-Sponsor des DSTNCMP²⁶-Preises Geschäftsführer, verantwortet Projektmanagement, Beratung und Digital-Projekte entwickelt Konzepte und kanalübergreifende Content-Strategien für Print, Web, Social Media, B2B und digitales Marketing
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