
Stationen einer bewegten Geschichte
Bischof Hartmann von Brixen gründet das Kloster Neustift. Grundstücke und Höfe werden vom Burggrafenpaar von Säben gestiftet, dem früheren Sitz des Bischofs.
Papst Innozenz II erlaubt dem Kloster, Fremde beizusetzen. Der Glaube, ein Grab im Kloster verkürze den Weg in den Himmel, sichert dem Stift zusätzliche Einnahmen.
Kaiser Friedrich I. Barbarossa fördert das Kloster. Sein Beichtvater ist Klostergründer Bischof Hartmann.
Ein Brand zerstört große Teile der Klosteranlage. Der Wiederaufbau erfolgt im romanischen Stil, dessen Grundzüge bis heute erhalten sind.
Der neue Chor der Stiftskirche wird geweiht. Bedeutende Tiroler Künstler, darunter Michael Pacher, statten die Kirche mit Flügelaltären aus. In der Schreibstube entstehen prächtige Handschriften. Die Spätgotik markiert Neustifts größte künstlerische Blütezeit.
Der Bauernaufstand hinterlässt auch in Neustift Spuren der Verwüstung. Vor allem Urbare und Schuldscheine werden zerstört, Konvent und Keller geplündert.
Der Wandel zum Barock: Während die äußere Bausubstanz mittelalterlich bleibt, wird die Stiftskirche innen zu einem lichtdurchfluteten, farbenfrohen Raum mit Fresken und Stuckaturen im Stil des bayerischen Spätbarocks umgestaltet.
Für die Klosterbibliothek entsteht ein neuer repräsentativer Saal. Mit seinen vergoldeten Rokoko-Stuckaturen zählt er zu den schönsten Bibliothekssälen des deutschsprachigen Raums.
Im Vorraum der Bibliothek wird das sogenannte Chinesische Kabinett eingerichtet. Es gerät in Vergessenheit und wird erst 2021/22 wiederentdeckt und restauriert.
Im Zuge der napoleonischen Kriege wird das Heilige Römische Reich aufgelöst. Tirol fällt an das Königreich Bayern.
In der Säkularisation unter Napoleon werden alle Tiroler Stifte aufgehoben. Bücher und Kunstwerke werden nach Innsbruck und München verbracht, darunter der spätgotische Kirchenväteraltar von Michael Pacher, heute in der Alten Pinakothek in München.
Mit dem Ende der napoleonischen Ära kehrt Tirol zum Kaisertum Österreich zurück.
Kloster Neustift wird wiederhergestellt. Die Chorherren übernehmen die Betreuung einer Mittelschule im Kloster sowie des Gymnasiums in Brixen.
Neustift schließt sich mit fünf weiteren Stiften zur Kongregation der Österreichischen Augustiner Chorherren zusammen.
Der Friedensvertrag von St. Germain teilt Tirol. Südtirol fällt an Italien. Trotz neuer Staatsgrenze bewahrt das Stift seine kirchliche Struktur und widmet sich weiterhin Seelsorge, Bildung sowie der Bewirtschaftung von Weinbergen und Wäldern.
Während der deutschen Besetzung Nord- und Mittelitaliens richten deutsche Truppen im Stift ein Versorgungslager und eine Druckerei für die Zeitung Front und Heimat ein. Jüngere Chorherren werden zum Militärdienst eingezogen.
Ein alliierter Bombenangriff beschädigt Kirche und Turm und zerstört die Sakristei.
Die Glocken im Turm können wieder geläutet werden.
Umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Klosteranlage beginnen.
Anstelle der früheren Privatschule entsteht ein Bildungshaus. Das neu gegründete Tourismuszentrum Neustift (TZN) widmet sich den Herausforderungen des aufkommenden Fremdenverkehrs.
Als Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen entstehen ein Bibelzentrum (BZN) und ein Ökozentrum (ÖZN). In den 1990er-Jahren folgt das Computerzentrum Neustift (CZN).
Die vier Zentren werden zusammengeführt. Es entsteht ein modernes Bildungs- und Tagungshaus.
Das Museum wird erweitert. Nun können auch Werke aus Renaissance und Barock sowie Globen, Karten und wissenschaftliche Instrumente gezeigt werden.
Gründung der Kunstakademie Kloster Neustift.
Erweiterung und teilweise unterirdischer Neubau der Kellerei Neustift.
Eröffnung eines neuen modernen Museumstrakts in der ehemaligen Wagenremise.
Die Excellence Academy by Bildungshaus Kloster Neustift entwickelt berufsbegleitende Weiterbildungsangebote für die Südtiroler Wirtschaft.
Das Bildungs- und Tagungshaus wächst weiter: Zwei neue hochmoderne Seminarräume in historischen Mauern sowie eine neue Rezeption werden eröffnet.
Der neue Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nimmt seine Arbeit auf.
Mehr als 220 Expertinnen und Experten diskutieren beim DSTNCMP26 im Kloster Neustift zwei Tage lang über die Zukunft des Tourismus in deutschsprachigen Destinationen.