Stationen einer bewegten Geschichte

1142

Bischof Hartmann von Brixen gründet das Kloster Neustift. Grundstücke und Höfe werden vom Burggrafenpaar von Säben gestiftet, dem früheren Sitz des Bischofs.

1143

Papst Innozenz II erlaubt dem Kloster, Fremde beizusetzen. Der Glaube, ein Grab im Kloster verkürze den Weg in den Himmel, sichert dem Stift zusätzliche Einnahmen.

1157

Kaiser Friedrich I. Barbarossa fördert das Kloster. Sein Beichtvater ist Klostergründer Bischof Hartmann.

1190

Ein Brand zerstört große Teile der Klosteranlage. Der Wiederaufbau erfolgt im romanischen Stil, dessen Grundzüge bis heute erhalten sind.

1485

Der neue Chor der Stiftskirche wird geweiht. Bedeutende Tiroler Künstler, darunter Michael Pacher, statten die Kirche mit Flügelaltären aus. In der Schreibstube entstehen prächtige Handschriften. Die Spätgotik markiert Neustifts größte künstlerische Blütezeit.

1525

Der Bauernaufstand hinterlässt auch in Neustift Spuren der Verwüstung. Vor allem Urbare und Schuldscheine werden zerstört, Konvent und Keller geplündert.

1740

Der Wandel zum Barock: Während die äußere Bausubstanz mittelalterlich bleibt, wird die Stiftskirche innen zu einem lichtdurchfluteten, farbenfrohen Raum mit Fresken und Stuckaturen im Stil des bayerischen Spätbarocks umgestaltet.

1775

Für die Klosterbibliothek entsteht ein neuer repräsentativer Saal. Mit seinen vergoldeten Rokoko-Stuckaturen zählt er zu den schönsten Bibliothekssälen des deutschsprachigen Raums.

1780

Im Vorraum der Bibliothek wird das sogenannte Chinesische Kabinett eingerichtet. Es gerät in Vergessenheit und wird erst 2021/22 wiederentdeckt und restauriert.

1806

Im Zuge der napoleonischen Kriege wird das Heilige Römische Reich aufgelöst. Tirol fällt an das Königreich Bayern.

1807

In der Säkularisation unter Napoleon werden alle Tiroler Stifte aufgehoben. Bücher und Kunstwerke werden nach Innsbruck und München verbracht, darunter der spätgotische Kirchenväteraltar von Michael Pacher, heute in der Alten Pinakothek in München.

1814

Mit dem Ende der napoleonischen Ära kehrt Tirol zum Kaisertum Österreich zurück.

1816

Kloster Neustift wird wiederhergestellt. Die Chorherren übernehmen die Betreuung einer Mittelschule im Kloster sowie des Gymnasiums in Brixen.

1907

Neustift schließt sich mit fünf weiteren Stiften zur Kongregation der Österreichischen Augustiner Chorherren zusammen.

1919

Der Friedensvertrag von St. Germain teilt Tirol. Südtirol fällt an Italien. Trotz neuer Staatsgrenze bewahrt das Stift seine kirchliche Struktur und widmet sich weiterhin Seelsorge, Bildung sowie der Bewirtschaftung von Weinbergen und Wäldern.

1943

Während der deutschen Besetzung Nord- und Mittelitaliens richten deutsche Truppen im Stift ein Versorgungslager und eine Druckerei für die Zeitung Front und Heimat ein. Jüngere Chorherren werden zum Militärdienst eingezogen.

1945

Ein alliierter Bombenangriff beschädigt Kirche und Turm und zerstört die Sakristei.

1949

Die Glocken im Turm können wieder geläutet werden.

1969

Umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der Klosteranlage beginnen.

1970

Anstelle der früheren Privatschule entsteht ein Bildungshaus. Das neu gegründete Tourismuszentrum Neustift (TZN) widmet sich den Herausforderungen des aufkommenden Fremdenverkehrs.

1980er Jahre

Als Reaktion auf gesellschaftliche Veränderungen entstehen ein Bibelzentrum (BZN) und ein Ökozentrum (ÖZN). In den 1990er-Jahren folgt das Computerzentrum Neustift (CZN).

1996

Die vier Zentren werden zusammengeführt. Es entsteht ein modernes Bildungs- und Tagungshaus.

1998

Das Museum wird erweitert. Nun können auch Werke aus Renaissance und Barock sowie Globen, Karten und wissenschaftliche Instrumente gezeigt werden.

2009

Gründung der Kunstakademie Kloster Neustift.

2016

Erweiterung und teilweise unterirdischer Neubau der Kellerei Neustift.

2021

Eröffnung eines neuen modernen Museumstrakts in der ehemaligen Wagenremise.

2022

Die Excellence Academy by Bildungshaus Kloster Neustift entwickelt berufsbegleitende Weiterbildungsangebote für die Südtiroler Wirtschaft.

2024

Das Bildungs- und Tagungshaus wächst weiter: Zwei neue hochmoderne Seminarräume in historischen Mauern sowie eine neue Rezeption werden eröffnet.

2025

Der neue Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) nimmt seine Arbeit auf.

2026

Mehr als 220 Expertinnen und Experten diskutieren beim DSTNCMP26 im Kloster Neustift zwei Tage lang über die Zukunft des Tourismus in deutschsprachigen Destinationen.